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Freitag, 14. Juli 2017

Eine besondere Empfehlung

Dieses Buchprojekt möchte ich euch ganz besonders an Herz legen: Eine Klasse der Georg-Kerschensteiner-Schule in Müllheim hat in ihrem Seminarkurs "Ernährung" ein Kochbuch erstellt, das jetzt als richtig echtes Buch in den Handel gekommen ist. Zwei Sachen möchte ich besonders hervorheben: 

Zum einen natürlich die Zusammenarbeit mit Douce Steiner vom Hirschen in Sulzburg, die das Kochbuch als Patin und Fachfrau unterstützt hat. Zum anderen aber auch die Rezepte in "Easy Kochen", die sind nämlich wirklich von Jugendlichen für Jugendliche und hören sich wunderbar an (Ich habe mich bei einer der Autorinnen rückversichert: Auch wenn man eher nur noch im Herzen jugendlich ist, darf man es kaufen :-)). Man findet darin supergute Alltagsrezepte, die flott umzusetzen sind, und auch die eingeschobenen Infos zur Ernährung und Nahrungsbestandteilen finde ich sehr gelungen. Bei der täglichen Frage "Was koche ich heute" lohnt ein Blick in dieses Buch auf jeden Fall.

Wahnsinn, was da für eine Arbeit drinsteckt! Allein das soll schon gewürdigt werden. Aber wenn das Ergebnis dann auch noch so Lust aufs Kochen macht, ist das doch ein perfektes Geschenk, oder?




Mittwoch, 22. Juni 2016

Lieblingsbuch-Regal

Heute morgen bin ich mal wieder die Regale durchgegangen und habe neue Lieblingsbücher rausgefischt, die ich gerne mit euch teilen möchte:


Erinnert ihr euch noch an "Grüne Tomaten", diesen unglaublich tollen Film? Auch das Buch von Fannie Flagg ist herzerwärmend und es macht richtig Spaß, mal wieder in die Geschichte der Bienenbetörerin Idgie und dem Whistle Stop Café einzutauchen. Vor allem, weil ja gerade auch Barbecue-Wetter ist... ;-)


Von Jeffrey Eugenides kann ich eigentlich alles empfehlen (seine anderen Bücher sind "Middlesex" und "Die Liebeshandlung"), aber "Die Selbstmord-Schwestern" ist sein Erstling und immer noch faszinierend. Es beginnt wie bei Jane Austen mit fünf Schwestern, aber dann kommt das Jahr der Selbstmorde - nicht sehr austen-like. An Sprachgewandtheit und Ironie steht er ihr aber in nichts nach, ein ganz wunderbares Lesevergnügen!


Eigentlich mag ich keine Erzählungen, aber für Barbara Gowdy mache ich eine Ausnahme! "Seltsam wie die Liebe" habe ich zum ersten Mal gelesen, als ich noch in der Ausbildung war, und ich finde es ganz toll, dass das Buch in einer so schönen Ausgabe im Antje Kunstmann Verlag lieferbar ist. Die Kanadierin erzählt so lakonisch und liebevoll von Blinden, Behinderten, Transsexuellen, siamesischen Zwillingen, von Nekrophilen und von Exhibitionisten, dass sich das Leben dieser "Freaks", die von der konformen Gesellschaft ausgegrenzt werden, sich als ganz und gar "normal" erweist. 


Einer meiner Lieblingskrimis aller Zeiten ist "Die dünne Frau" von Dorothy Cannell. Ellie ist rasend komisch, und das Buch beweist, dass Selbstironie und Humor auch ohne Holzammer und oberhalb der Gürtellinie funktionieren. Und dass Frauen witzig und schlau sein können! Glücklicherweise gibt es auch noch Fortsetzungen, weil man natürlich unbedingt wissen möchte, wie es mit Ellie (und Ben? ich sorge hier für keinen Spoiler) weiter geht.


Eine weitere absolut empfehlenswerte Reihe sind die Krimis um Max Liebermann im Wien der Jahrhundertwende von Frank Tallis. "Die Liebermann-Papiere" ist der erste Teil, und alle sind gut! Mit Max Liebermann ermittelt ein junger Psychoanalytiker, was in der damaligen Zeit ja an sich ja schon sehr interessant ist, und sie transportieren perfekt die Dekadenz und gleichzeitig die Aufbruchstimmung dieser Jahre. Und die Fälle sind einfach spannend!





Dienstag, 19. Januar 2016

Das Lieblingsbuch-Regal

Hier suche ich ja immer ein paar alte Schätzchen raus, die ich aber nach wie vor toll finde. Heute habe ich diese hier für euch:



Gerard Donovan: Winter in Maine
Das habe ich damals gelesen, weil Elke Heidenreich es in ihrer Sendung so empfohlen hatte, und ich war begeistert. Es ist eine brutale Geschichte aus einer brutalen Welt, aber in sich völlig stimmig und sehr gut geschrieben. Und sicher auch ein Buch, dass Männern gefällt, schließlich geht es um einen Mann, der völlig abgeschieden für sich im Wald lebt und seine Welt nur mit seinem Hund teilt. Bis etwas passiert...

Marie Hermanson: Saubere Verhältnisse
Marie Hermanson hatte ich neulich ja schon so gelobt, als ihr neues Buch "Der unsichtbare Gast" erschienen ist. Der Insel-Verlag bringt jetzt auch ältere Titel von ihr neu raus, die in den letzten Jahren leider nicht lieferbar waren. "Saubere Verhältnisse" ist so eine typische Hermanson-Geschichte: Yvonne hat eine Firma für Zeitmanagement und ihr eigenes Leben perfekt geordnet und optimiert. Aus Langeweile beobachtet sie beim Spazierengehen Menschen und nimmt schließlich sogar undercover eine Stelle an, weil sie so fasziniert von den Bewohnern eines bestimmten Hauses ist. Dort findet sie heraus, dass der Hausherr ein mysteriöses Geheimnis hat. Very spooky!

John Irving: Gottes Werk und Teufels Beitrag
Ja, was soll ich sagen, John Irving ist einfach der Meister! Am 23. März erscheint sein neuer Roman "Straße der Wunder" und ich überbrücke die Wartezeit mit einem seiner älteren Bücher. Das habe ich sicher schon achtmal gelesen, aber Irving-Bücher sind für mich tatsächlich wie gute alte Freunde, so kuschelig und vertraut, dass ich halbe Abschnitte auswendig kann. Gute Nacht ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neuengland!

David Nicholls: Zwei an einem Tag
Eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten!

Diana Norman: Die Piratenkönigin
Dieses Buch würde ich gerne jeder 14-Jährigen schenken, die sonst nur Prinzessinnenkram liest. Das ist mal eine Frauenfigur, die als Rollenvorbild taugt, und ein wahnsinnig guter Abenteuerroman. Barbary schlägt sich im London des 16. Jahrhunderts als Junge verkleidet mit Taschendiebstählen gerade so durch, als ihr plötzlich eröffnet wird, dass sie die Enkelin der legendären irischen Piratenkönigin Grace O'Malley sein könnte. Sie soll also bitte nach Irland reisen, das Vertrauen der Frau gewinnen und am besten gleich den irischen Erbschatz für Königin Elizabeth klauen - aber dann wird sie in die irische Rebellion hinein gezogen und verliert in mehr als einer Hinsicht ihr Herz. Hach, wie schön!!

Montag, 28. September 2015

Lieblingsbuch-Regal


Nachdem ich in den vergangenen Tagen gefühlte 1000 Workbooks verkauft habe, war jetzt endlich mal wieder richtige Literatur und damit das Lieblingsbuch-Regal dran. Und ich habe ein paar echte Schätzchen für euch ausgegraben:

"Die Clique" von Mary McCarthy
Das Buch ist 1963 erschienen und beschreibt die Lebenswege von acht jungen Frauen, ausgehend vom Jahr 1933, als die Freundinnen das Vassar-College abschließen. Wie habe ich dieses Buch als Teeny geliebt! Ich habe es bestimmt fünfzehnmal gelesen und meine eigenen Ausgabe ist total abgeliebt. Umso schöner, dass der Verlag ebersbach + Simon nun eine ansehnliche neue Version herausbringt. Da verzeihe ich sogar das Vorwort von der Sex-and-the-city-Erfinderin Candace Bushnell... Ich glaube was mich am meisten fasziniert hat, ist dass das Lebensglück nichts mit den äußeren Lebensumständen zu tun hat: Egal ob alleinstehend, in einer Affäre oder verheiratet werden die acht Frauen mehr oder weniger glücklich oder unglücklich. Entscheidend ist vielmehr, wie treu sie sich selbst bleiben und in welchem Maße sie sich trauen, die Konventionen ihrer Zeit zu ignorieren und ihren eigenen Weg zu gehen. Das ist heute immer noch so modern, dass ich die Clique jeder jungen Frau so ab 15 unbedingt empfehlen würde, das ist wirklich große Literatur.

"Die Arena" von Stephen King
Haha, apropos große Literatur: Wenn man als Buchhändler Stephen King mag, ist das ein bisschen so als ob ein Koch für Burger schwärmt. Früher höchst anrüchig, inzwischen aber akzeptiert! Die Arena jedenfalls hat mich sehr gefesselt, auch wenn ich mich zunehmend gefragt habe, wie der gute Stephen aus der Nummer wieder raus kommen will. Schafft er aber natürlich souverän, und die Story hat auch nix mit der seltsamen Serie auf Pro7 zu tun, sondern ist richtig gut konzipiert und flüssig geschrieben. Stellt euch vor, plötzlich landet eine Art unsichtbare Riesenkäseglocke über eurem Wohnort und niemand kann mehr raus oder rein. Also auch keine Leute, die irgendwen für was zur Rechenschaft ziehen könnten, was innerhalb passiert... und die Luft wird langsam knapp. Wie kommt man nur auf solche Ideen?

"Als der Blues begann" von Janice Deaner
Auch so ein Buch, dass ich während meiner Ausbildung gelesen habe und das mich seitdem nicht mehr loslässt. Es geht um eine Familie, in der über Vieles nicht gesprochen werden darf, zum Beispiel über die Verletzung der Mutter und ihre Vergangenheit. Nur, was könnte Kinder mehr faszinieren als diese Tabus? Und so lassen sie nicht locker, bis ihre Eltern ihnen ihre (Liebes-) Geschichte erzählen, und die hat mich wirklich tief berührt. Janice Deaner hat einen einmaligen Schreibstil, doch leider und unverständlich gibt es ihre Bücher zurzeit nicht mehr im Handel. Ein letztes Exemplar habe ich aber noch...

"Fool on the hill" von Matt Ruff
Auch so ein Favorit für alle Zeiten! Ich hatte es länger nicht gelesen und ein bisschen Angst, dass es in der Erinnerung besser sein könnte als in echt - aber Quatsch, es ist immer noch eins der komischsten, fantasievollsten und abgedrehtesten Bücher aller Zeiten und daher zurecht auf dem Lieblingsbuch-Regal! Man braucht wohl ein bisschen einen speziellen Humor, um das Buch gut zu finden... da gibt es nur ganz oder gar nicht. Es überfordert mich nur leider komplett, etwas zur Handlung zu sagen, da müsst ihr mir einfach vertrauen.

"Ein Ort für die Ewigkeit" von Val McDermid
Jaaaa! Immer noch einer der besten Krimis, die je geschrieben wurden, und perfekt für dunkle Herbstabende. In einem abgeschiedenen Dorf verschwindet ein Mädchen, und weder ihre Leiche noch ein Mörder werden je gefunden. 35 Jahre später beginnt eine junge Journalistin, erneut zu recherchieren, und stößt auf allerhand Seltsamkeiten. Das ist - wie bei McDermid gewohnt - ausgesprochen gut geschrieben und konstruiert, aber vor allem die Auflösung macht diese Geschichte so herausragend.

So, und wegen der dunklen Herbstabende: Ich hab ein paar so gute Gruselbücher gelesen, das glaubt ihr gar nicht! Im nächsten Büchertagebuch erzähle ich mehr.





Donnerstag, 30. Juli 2015

Das Lieblingsbuch-Regal

Hier im Blog möchte ich ja auch zeigen, was im Laden gerade so los ist. Daher habe ich mir überlegt, ich zeige euch von Zeit zu Zeit mal das Lieblingsbuch-Regal aus der Auslese und erzähle ein bisschen, was es mit den Titeln auf sich hat. So sieht es im Moment auf dem Regal aus:


Von links nach rechts:
Lisa O'Donnell: Bienensterben
Michael Chabon: Die Geheimnisse von Pittsburgh
Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein
Katarina Bivald: Ein Buchladen zum Verlieben
Nino Haratischwili: Das achte Leben

"Bienensterben" fand ich ein Wahnsinnsbuch und eine Geschichte, wie ich sie so noch nie gelesen hatte. Es beginnt damit, dass zwei Schwestern ihre Eltern im Garten begraben... und geht rasant weiter, mit Schmackes dem allergenialsten Ende zu. Vielleicht hat Quentin Tarantino mal Lust auf eine Verfilmung?

"Die Geheimnisse von Pittsburgh" ist 1988 erschienen und ich weiß noch, wie gefesselt ich beim ersten Lesen damals war. Da war ich noch in einer Phase, in der ich besondere Sätze in meinen Büchern unterstrichen habe, und manche habe ich auch extra abgeschrieben. Die Sätze gefallen mir noch heute!

Ich weiß auch noch genau, wie ich "Zusammen ist man weniger allein" zum ersten Mal gelesen habe, bei uns zu Hause auf dem Sofa mit einer Flasche Rotwein. Mittendrin (im Buch und in der Flasche) habe ich beschlossen, Französin zu werden, was leider an mangelnder Sprachfähigkeit gescheitert ist. Aber oh lá lá, französischer habe ich mich nie gefühlt!

"Ein Buchladen zum Verlieben" war einer der ersten Auslese-Bestseller, den ich letzte Weihnachten wie verrückt empfohlen habe. Die Geschichte spielt zwar in Amerika, ist aber von einer Schwedin geschrieben und deshalb so herrlich unaufgeregt.

Auch wie ich mit "Das achte Leben" angefangen habe, bleibt mir bestimmt immer im Gedächtnis: Damals gab es die Auslese schon ein paar Wochen, es war Sonntag und ich hatte nichts zu lesen. Und dann ist mir eingefallen, hey, ich habe den Schlüssel zu einer Buchhandlung - wie gut ist denn das! Und da habe ich mir dann die Nino ausgesucht und dann auch mit wirklich großer Begeisterung gelesen.